Wilhelmshavener Zeitung; Ausgabe v. 24.01.2006

Heimatmuseum bald wieder Landrichterhaus

HEIMATVEREIN Gästeführungen sollen zum "Event" werden

Es stehen positive Veränderungen für Neustadtgödens ins Haus. Der Ort setzt auf den Tourismus.

VON WALTRAUD DEHORN-BAAR

NEUSTADTGÖDENS/ML - "Nicht muffig, sondern pfiffig!" So beschrieb ein Besucher im Gästebuch das Heimatmuseum in Neustadtgödens. So soll es künftig bleiben; doch der Name des Gebäudes wird sich ändern. Mit der neuen Bezeichnung "Landrichterhaus" geht man zu seinem Ursprung zurück.

Aus vielen Vorschlägen für eine Neubenennung wurde die Idee des früheren Vereinsvorsitzenden Wilfried Rost bevorzugt. Heimatmuseen gibt es überall. Der Name des Neustadtgödenser Museums sollte schon etwas Besonderes und einprägsam sein, war die Vorgabe. Nun sucht man noch einen originellen Namen für das Vereinshaus in der Kirchstraße, das künftig als solches auch deutlicher erkennbar werden soll. Über 30 Vorschläge gingen schon ein.

Auch einige andere Neuigkeiten, die den üblichen Jahresbericht in den Hintergrund verdrängten, waren in der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins Gödens-Sande zu hören. Auf die gegenwärtigen Arbeiten zu einem neuen Tourismuskonzept hinweisend, kündigte die Vorsitzende Hilke Arnold an: "Sie werden in den nächsten Monaten gewisse positive Veränderungen in Neustadtgödens feststellen, jedoch nichts schadhaft übergestülpt bekommen!"

Gefragt sei heute alles, was man mit dem Begriff "Event" beschreibe. Besondere Gästeführungen durch den Ort würden bald durch einen historisch kostümierten Führer zum Aufpreis angeboten, Neustadtgödenser sollen bei seinen ersten Führungen als Testpersonen fungieren.

Zentrales Thema im Museum werde "Das Dorf". Für neue Themen und Exponate sei Raum notwendig. Das große Modell vom "Schwarzen Brack", das zur Eröffnung des Museums angeschafft wurde und seit dem als wichtigstes Anschauungsobjekt gut, wolle man aber nicht hergeben. "Begehrlichkeiten anderer danach kann ich aber verstehen", sagte die Vorsitzende, "denn Besucher verweilen oft lange vor dem Modell". Bekanntlich war angeregt worden, das Modell ins Küs-teum nach Alt-Marienhausen zu bringen. Klaus Oltmann von der Bauverwaltung der Gemeinde Sande dazu: "Wenn aus Neustadtgödens ein Veto kommt, wird sich nichts ändern. Das Modell soll erst einmal dort bleiben und die Entwicklung anderer technischer Möglichkeiten abgewartet werden." Ratsfrau Ulrike Schlieper fügte hinzu: "Wir geben es nur her, wenn wir Besseres bekommen." Jüngere Besucher würden vielleicht eine Computeranimation vorziehen.

Beim Rückblick auf das Vereinsjahr erwähnte Hilke Arnold neben vielen Aktivitäten und Ereignissen, dass man aus Beständen der Standortverwaltung Wilhelmsha-ven Schränke für die Einrichtung einer Bibliothek im Vereinshaus erworben habe. Bei der kommenden Terminabsprache mit anderen Vereinen im Ort wolle man anregen, dass die Feuerwehr regelmäßig den Maibaum aufstellt, weil das für andere Vereine wegen seiner Größe kaum zu bewältigen ist.

25 Jahre Mitglied im Heimatverein Gödens-Sande sind (von links) Lydgard Clemens und Rüdiger Schone. Rechts die Vorsitzende Hilke Arnold, die Urkunden überreichte.
FOTO: LEHMANN