Wilhelmshavener Zeitung; Ausgabe v. 15.05.2002

Dörfer buhlen um den Titel „Schönstes Dorf“

WETTBEWERB Bewertungskommission besichtigte Neustadtgödens und Cleverns

„Udroop“ Hinrich Janßen begrüßte in Neustadtgödens die Bewertungskommission im Wettbewerb „Unser scrlönstes Dorf". Nach Neustadtgödens wurde Cleverns als zweiter Bewerber in Friesland besucht.
WZ-FOTO: KNOTHE

Beide Orte können nach dem Rundgang hoffen. Nur 7 von 22 Bewerbern kommen auf Bezirksebene durch.

VON MANFRED LEHMANN UND WOLFGANG NIEMANN

NEUSTADTGÖDENS/CLEVERNS 22 Bewerber in der Region Weser-Ems stellen sich dieses Jahr dem Wettbewerb zum schönsten Dorf. Mit Neustadtgödens und Cleverns sind dabei auch zwei Orte aus Friesland vertreten. Gestern nun wurden sie von einer Kommission auf den Prüfstand gestellt.

Zwölf Preise erhielt Neustadtgödens im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft" seit 1985. Zuletzt war es im vergangenen Jahr erfolgreich, und es qualifizierte sich auch wieder für den diesjährigen Wettbewerb. Voller Zuversicht stellten Vertreter der Gemeinde Sande und der örtlichen Vereine ihr "Vorzeigedorf' im Bezirkswettbewerb vor.

Die Kommission besteht aus acht Vertretern des Bundes deutscher Landschaftsarchitekten, des Landvolks, Landfrauenverbandes, der Landwirtschaftskammer, Landkreistages, Städte- und Gemeindebundes, Städtetages und des Heimatbundes. Man erhofft sich Chancen für den nächsten Landeswettbewerb, zu dem sieben Dörfer aus dem Regierungsbezirk Weser-Ems benannt werden.

Neustadtgödens habe sich zu Recht qualifiziert, sagte Sandes Bürgermeister Josef Wesselmann. Viele der 1250 Einwohner würden im privaten und öffentlichen Bereich aktiv an der Dorfgestaltung mitwirken, das Vereinsleben sei rege und ohne Nachwuchssorgen. Engagement und Ehrenamtlichkeit hätten hier noch ihre große Bedeutung und Neubürger würden in die Dorfgemeinschaft eingebunden.
Als Leiter der Bewertungskommission sprach Jochen Gaul von der Bezirksregierung den Gastgebern ein großes Lob aus. "Ihre Wettbewerbsunterlagen stellen ein Optimum dar. Sie sind klar formuliert", sagte er.
Klaus Oltmann von der Bauverwaltung des Hauptamtes der Gemeinde schilderte die Verkehrsstruktur, Bauleitplanung und andere wissenswerte Einzelheiten zu Neustadtgödens. Zwar habe man die historische Dorferneuerung in den 90er-Jahren offiziell abgeschlossen, doch der Dorferneuerungsplan sehe noch viele Dinge vor, die man verwirklichen wolle. Die Kommission bewertete das soziale und kulturelle Leben, das private Grün, öffentliches und privates Bauen, die Infrastruktur und das öffentliche Grün, die Siedlungsstruktur, wirtschaftliche Entwicklung, historische Elemente und das Dorf in der Landschaft.

Als zweites Dorf in Friesland besuchte die Kommission Cleverns. In dem seit der Gebietsreform von 1972 zur Stadt jever gehörende Cleverns wurde sie zunächst zu Tee und Kuchen im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde empfangen und von Gerold Lüken, dem Sprecher der Dorfgemeinschaft, begrüßt.

Jevers Bürgermeister Siegfried Harms betonte, dass hier auch nach der Eingemeindung ein reiches Dorfleben erhalten worden sei, bei dem viele Traditionen liebevoll gepflegt wurden.

Nachdem Dorfsprecher Lüken die ländlich geprägte Struktur des Ortes und dessen landschaftliche Besonderheiten erläutert hatte, schilderte Margret Juilfs von den Landfrauen die vielen Aktivitäten des kirchlichen und sonstigen Dorflebens mit seinen zahlreichen Festen.

Anschließend machte die Kommission gemeinsam mit den Dorfvertretern einen einstündigen Rundgang von der idyllischen Kirche von 1234 über das Neubaugebiet Mühlewarf und den Festplatz zum Schulwald von 1952 und an der alten Schule mit ihrem so genannten grünen Klassenzimmer vorbei bis zur Feuerwache.

Die Bewertungen der insgesamt 470 Orte in ganz Niedersachsen werden voraussichtlich vor Ferienbeginn vorliegen.