Wilhelmshavener Zeitung; Ausgabe v. 09.09.2002

Auch schräge Charleston-Klänge

Marinemusikkorps spielte einmal mehr vor malerischer Kulisse

-wan-Gödens.
Auch das mittlerweile fünfte Abendkonzert des Marinemusikkorps Nord (MMK) aus Wilhelmshaven vor der malerischen Kulisse des Wasserschlosses von Gödens war wieder ein voller Erfolg.
Da hatte der Heimatverein Gödens-Sande als Veranstalter schon vorher mit einem Rahmenprogramm samt Speis und Dank zum Flanieren eingeladen und dann spielten die 47 Musiker unter Leitung von Fregattenkapitän Wolfgang Helm nach dem Glasen an der großen Schiffsglocke auf zu einem recht volkstümliche gehaltenen Reigen von Melodien.
Eingangs begrüßte Hausherr Karl-Georg Graf von Wedel die vielen Zuhörer und betonte, dass der Reinerlös des Abends erneut in den Erhalt der Wasserschöpfmühle auf dem Wedelfeld fließe. Außerdem verkündete er, dass das schlosseigene Marketingteam mit seinen Erfahrungen von Landpartien und Weihnachtsträumen künftig kostenlos diese Abendkonzerte fur den Heimatverein organisieren werde. Dessen Vorsitzende Hilke Arnold erklärte, dass man auch Gelder für die Hochwasseropfer spenden werde, hierzu sei August Desenz mit seiner Drehorgel aus Wilhelmshaven gekommen. Im Übrigen dankte sie Petrus für das unerwartet gute Wetter mit wenig Wolken und einer schwachen Brise bei milden Temperaturen.
Eine "Rossini-Athmospäre" nannte Moderatorin Pamela Rathje diese Somrnerstimmung und mit der Ouvertüre aus Rossinis "Barbier von Sevilla" gab das gut aufgelegte Orchester die entsprechende Grandezza hinzu. Von Jazzigem über den österreichischen Marinemarsch "Unter der Admiralsflagge" kam man schließlich zu dem vom ehemaligen Marinemusikkorps-Mitglied Rudolf Schilling komponierten Marsch "Kurs Nordwest". Der wurde aus gleich zwei besonderen Anlässen gespielt, wie Frau Oberbootsmann Rathje verkündete: der Stabsbootsmann Axel Kappes am Tenorhom hatte an diesem Abend die so genannte "goldene Mucke", sein letztes Konzert vor der Pensionierung. Außerdem saß im Publikum ihr Vater Roland Rathje, der an diesem Tage seinen 75. Geburtstag feierte.
Besonderen Pfiff hatte dann das "Dixieland-Concerto", für das eine Solistengruppe auf die Treppe am Seiteneingang zog, um von dort bei herrlich unmilitärisch schrägen New Orleans- und Charleston-Klängen im Zusammenspiel mit dem Gros des Korps für einen regelrech ten Stereosound zu sorgen.
Noch mehr Beifall erhielt das leichtfüßige Bert-Kaempfert- Medley mit Ohrwürmern wie "Spanish Eyes" und "Strangers in the Night". Zum Finale übten sich die Mariner beim Gorch-Fock-Lied auch im Singen und bei Thomas Lisses Gesangseinlagen als Skipper mit viel Seemannsgarn folgten gar "Zugaben"-Rufe. Da klatschte das Publikum beim Schlusslied "Wir sind Kameraden auf See" kräftig mit und entließ die Musiker mit viel Applaus in die lauschige Sommernacht.

Ein Benefiz-Konzert gab jetzt das Marinemusikkorps Nordsee im Schlosshof Gödens. DieEinnahmen fließen der Erhaltung der Wasserschöpfmühle auf dem Wedelfeld zu.
Foto: Sprengel